25. März 2021 – Sebastian Tegtmeyer
Was ist über die Ostertage an der Küste und auf den Inseln in Niedersachsen an Tagesreisen erlaubt oder erwünscht, was nicht? Das handhaben die Orte auf unterschiedliche Weise.
Viele Menschen sind angesichts der sich oft ändernden Corona-Verordnungen verunsichert: Touristische Übernachtungen bleiben zu Ostern verboten, doch was ist mit einem Tagesausflug? Trotz des anhaltenden Lockdowns möchte Niedersachsen keinen Tagestourismus verbieten. Am Ende aber entscheiden die Landkreise. Wie die es im Detail handhaben, erfahrt ihr hier.
Cuxhaven: Über die Feiertage plant der Landkreis Cuxhaven, den Tagestourismus zu untersagen. "Wir wollen unsere Mitmenschen schützen", sagte der Sprecher der Stadt Cuxhaven, Marcel Kolbenstetter. Zuletzt sei der Zulauf am Strand an den Wochenenden mit gutem Wetter sehr stark gewesen. Noch unklar sei, was für die Zweitwohnungsbesitzer und die Dauercamper an Ostern gelten werde. "Wir hoffen, dass wir die Saison nach Ostern mitnehmen können."
Juist: Tagestourismus ist auf der ostfriesischen Insel wegen des Tidenfahrplans der Fähre nur selten möglich - und zu Ostern passen die Zeiten nicht. "Ostern hat sich für uns erledigt", sagte ein Mitarbeiter der Gemeinde. Zweitwohnungsbesitzer und ihre Familien können für ein paar Tage kommen. Sie dürfen aber nicht an Bekannte vermieten. Das passiere jedoch: "Da stehen dann Leute am Hafen und wissen nicht, wo 'ihre' Wohnung ist." Ordnungsamt und Polizei seien dafür zuständig, gegen solche Missbräuche vorzugehen.
Landkreis Wittmund mit den Inseln Langeoog und Spiekeroog: Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn geht davon aus, dass Tagesausflüge auf die ostfriesische Insel möglich sein werden. Allerdings werden nicht viele Gäste kommen können: "Es gilt immer noch der Corona-Fahrplan mit relativ wenigen Fähren und beschränkten Passagierzahlen", sagte sie. Dasselbe gilt für Spiekeroog. Jedoch bietet sich dorthin ein Tagesausflug höchstens Ostermontag an: Dann fährt die Fähre ab Neuharlingersiel bereits morgens, an den anderen Ostertagen erst mittags.
Norddeich: Die Touristiker stellen sich auf Tagesausflügler ein. "Wir erwarten schon, dass mehr Urlauber zu Ostern kommen werden", sagt die Sprecherin des Tourismus-Service Norden-Norddeich. Vielmehr als ein Strandspaziergang werde für die Gäste aber kaum möglich sein, da alle touristischen Einrichtungen geschlossen blieben. Aktuell werde geprüft, ob einzelne Strandkörbe, die bis dahin an der Wasserkante stehen sollen, geöffnet werden können.
Dangast: Kurdirektor Johann Taddigs appelliert an die Menschen, Ostern nicht nach Dangast zu kommen. "Wir können keinen Service anbieten", sagte er. Weil die Gaststätten geschlossen seien, gebe es nicht genügend Toiletten. Auch befürchtet er ein großes Müll- und Entsorgungsproblem, da die Gäste ihr eigenes Essen und entsprechend viel Verpackungen mitbringen. Die Parkplätze sollen in Dangast aber geöffnet bleiben und nicht so wie vergangenes Jahr im Frühjahr gesperrt werden.
Bremerhaven: Tagesausflügler sind in Bremerhaven willkommen. "Sie können am Deich entlang gehen, Picknick machen und Schiffe gucken", sagte der Sprecher der Stadt, Volker Heigenmooser. Auch der Zoo am Meer wird geöffnet sein, Zutritt gibt es mit vorheriger Anmeldung. Sollte sich die Inzidenzzahl in Bremerhaven auf über 200 in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner erhöhen, soll der Zoo-Zugang jedoch nur mit Nachweis eines negativen Schnelltests möglich sein.